Linearbeschleuniger

Bei Ersteinstellung eines Patienten am Beschleuniger sowie wiederholt während der Strahlentherapieserie wird die Genauigkeit der Lagerung und Exaktheit der Einstellung von jedem Bestrahlungsfeld mit Verifikations-Röntgenaufnahmen überprüft und digital gespeichert. Jede weitere Änderung oder Einstellung neuer Bestrahlungsfelder wird mit solchen Kontrollaufnahmen überprüft und immer durch einen Facharzt kontrolliert und dann für die Bestrahlung freigegeben.

Diese Kontrollaufnahmen, die die Bestrahlungsqualität dokumentieren, werden nach Ende der Behandlung entsprechend der Strahlenschutzrichtlinie mit allen Patientenunterlagen 30 Jahre in der Strahlentherapie archiviert.

Die externe, über die Haut (perkutan) applizierte Strahlenbehandlung wird an zwei Linearbeschleunigern durchgeführt. Es stehen verschiedene Energien elektromagnetischer Wellen (Photonenstrahlung) und schneller Teilchenbestrahlung (Elektronen) zur Verfügung. Moderne Bestrahlungsköpfe mit sogenannten Multi-Leaf-Kollimatoren, die über eine elektronische Steuerung ihrer jeweils 80 Wolfram-Lamellen die Bestrahlungsfelder individuell formen, ermöglichen eine optimierte Anpassung der Bestrahlungsgeometrie an den Tumor, das sogenannte Zielvolumen.

Komplexe Zielvolumina werden meist mit einer hochkonformalen speziellen Technik, der IMRT (Intensity-Modulated Radiotherapy) bestrahlt. Hierbei kommen auch Rotationstechniken, bei der sich während der Bestrahlung der Bestrahlungskopf (Gantry) um den Patienten dreht und gleichzeitig die Feldform dynamisch verändert wird, zur Anwendung. Auch eine bildkontrollierte sogenannte IGRT (Image-Guided-Radiotherapy) kann an einem der drei Beschleuniger durchgeführt werden.

Vor den Beschleuniger-Bestrahlungsräumen befinden sich die Patientenkabinen und die Schalträume, von denen aus die gesamte Bestrahlung gesteuert und überwacht wird. Hier arbeiten die Teams unserer medizinisch-radiologischen Assistentinnen und Assistenten. Über Monitore wird der jeweilige Bestrahlungsraum beobachtet und während der Bestrahlung der dort liegende Patient überwacht. Eine Wechselsprechanlage gestattet eine direkte Kommunikation mit dem Patienten. Über die Bedienkonsole erfolgt die Steuerung des Beschleunigers, hier werden alle Bestrahlungsparameter aus der Patientendatenbank und dem jeweiligen Bestrahlungsplan aufgerufen. Während der Bestrahlung ist das jeweilige Bestrahlungsfeld auf einem Monitor zusätzlich eingeblendet.